Am vergangenen Samstag hat die Feuerwehr Idar-Oberstein eine Übung zur Rettung aus luftiger Höhe an der katholischen Kirche im Stadtteil Weierbach durchgeführt.
An dem derzeit vollständig eingerüsteten Kirchengebäude finden umfangreiche Sanierungsarbeiten statt. Das vorhandene Arbeitsgerüst erreicht eine Gesamthöhe von rund 37 Metern und bot damit ideale Voraussetzungen, um die Fähigkeiten der Absturzsicherung zu trainieren.
Die Übung war in drei verschiedene Übungslagen gegliedert.
Zuerst galt es, eine verletzte Person von der zehnten Gerüstebene aus etwa 20 Metern Höhe zu retten. Die Absturzsicherer verschafften sich über das Gerüst Zugang zum verunfallten Arbeiter. Vor Ort errichteten sie ein sogenanntes Rollgliss als Abseilhilfe sowie eine zusätzliche Sicherung. Anschließend wurde die verunglückte Person fachgerecht in einer Schleifkorbtrage gesichert und kontrolliert vom Gerüst abgeseilt.
Übungsleiter Bernhard Rothenberger betonte dabei die besondere Bedeutung der korrekten Knotentechnik und die sorgfältige Auswahl der Anschlagpunkte. Gerade bei Rettungen aus großen Höhen sei absolute Präzision unerlässlich. Sowohl im Übungsdienst als auch im realen Einsatz könnten Fehler lebensbedrohliche Folgen haben. Aus diesem Grund werde konsequent nach dem Vier-Augen-Prinzip gearbeitet.

Ein weiterer Übungsteil war der sogenannte Vorstieg. Dabei kletterte der Kamerad Jonathan Lehmann, permanent gesichert, außen am Gerüst bis hinauf zur Turmspitze. „Angst dürfe man keine haben, erklärte er, jedoch sei ein gesunder Respekt vor der Aufgabe zwingend erforderlich. Während des Kletterns konzentriere man sich vollständig auf die erlernten Techniken, ohne sich von der Höhe ablenken zu lassen,“ so Lehmann.
Die Wehrleitung mit Jörg Riemer und Frank Knapp begleitete die Übung als Beobachter und zeigte sich mit dem Ablauf äußerst zufrieden.

Die Feuerwehr ist der Kirche, dem Architekten und der Gerüstbaufirma sehr dankbar für diese Übungsmöglichkeit.
Bericht und Fotos: Christian Schulz


